Meditation ist in vielen Ländern schon Pflichtfach – in der Schweiz bald auch?
So berichten BBC, CNN und weitere Grossmedien, dass Meditation (Achtsamkeit) als Schulfach Bestandteil des Lehrplanes oder als Alternative zum regulären Nachsitzen in vielen Ländern schon an der Tagesordnung ist.
Meditation hilft dabei, seine Emotionen besser erkennen, einordnen und regulieren zu können. Sie reduziert Stress und lernt uns mit herausfordernden Situationen besser umgehen zu können. Mittlerweile gibt es zahlreiche wissenschaftliche Befunde, welche darauf hindeuten, dass sie ebenfalls bei Depressionen, Angststörungen, chronischen Schmerzen bis hin zu Suchtverhalten helfen kann.
Meditation als Schulfach kann dazu beitragen, die Kreativität, das Selbstvertrauen und die Zufriedenheit der Schüler zu steigern. Weiter können Konzentrationsstörungen und Lernstörungssymptome verringert, gleichzeitig die Gehirnleistung gesteigert werden. Achtsamkeit und Empathie fördern das Denken und Handeln und durch Meditation könnten Mobbing Fälle, Aggressivität und gewalttätiges Verhalten an Schulen gesenkt werden.

Hinkt die Schweiz nach?
Bisher wird Meditation an Schweizer Schulen nicht unterrichtet. Dominik Pfyffer vom Shaolin Chan Tempel Schweiz bemerkt dabei ein wachsendes Interesse: „In letzter Zeit erhalten wir häufiger Anfragen von Bildungsorganisationen und Schulen. Ebenfalls werden im Kung Fu Kinderunterricht, in welchem Meditation zum Lehrplan gehört, vermehrt Fragen von Eltern bezüglich Meditation gestellt.“
Die Luzerner Lehrerin, Aline Rudolph, tätigt zusammen mit einem Meditationslehrer vom Shaolin Chan Tempel Schweiz erste Schritte Richtung Meditation an Schulen. So meditierte Shi Xing Long (Roger Stutz) mit SchülerInnen und LehrerInnen im Schulhaus Unterlöchli, Luzern.
Unterrichtet wurden dabei drei einfache Achtsamkeits- und Empathiemeditationen. Dazu gehörte etwa die Konzentration auf den Atem, wie auch die Bergmeditation. Bei dieser beschäftigt man sich mit Körper, Rede und Geist. Dies bedeutet, dass wir den ganzen Tag Handlungen und Aktivitäten mit unserem Körper, unserer Sprache und unserem Denken tätigen. Wenn wir etwa darauf achten, dass wir diese positiv und wohlwollend für uns und unsere Mitmenschen einsetzen, so sind wir alle zufriedener.
Als Aufhänger diente eine Kerze. So wurden die Kinder gefragt, ob Licht verloren ginge, wenn eine Kerze eine andere anzündet. “Im Gegenteil, plötzlich, wenn viele Kerzen brennen, leuchtet alles noch viel heller im Raum“, meinten die Kinder. Und so konnten sie viel über Empathie mitnehmen. Mit Empathie und Liebe ist es nämlich genau gleich. Je mehr wir geben, desto mehr haben alle davon.

Und dies soll erst der Start sein!
Gemäss Shi Xing Long möchte dieses Vorhaben, Meditation an Schulen, noch mehr gefördert werden. Erste Ideen und Konzepte sind in der Ausarbeitung. Zu wichtig sei ein gesundes und zufriedenes Innenleben für die zukünftigen Erwachsenen dieser Welt.
In unserem Schulsystem werden wir in allem möglichen ausgebildet, aber nicht im Glücklichsein. Dabei gibt es, wie in jeder anderen Disziplin, auch da Methoden, welche uns helfen, mit Stress, Versagensängsten, Leistungsdruck, und Erwartungshaltungen umzugehen. Meditation als Schulfach kann zu einer zufriedenen, selbstbewussten und gütigen Gesellschaft beitragen.
Wir haben die Vision, dass Meditieren zum Alltag gehört wie Zähneputzen. Wir gehen achtsam mit unseren Zähnen um, indem wir sie putzen und pflegen. Genauso achtsam sollten wir mit unserer Psyche umgehen.
Prof. Richard Davidson
Quellen:
BBC – Mindfulness to help children’s mental well-being in schools
CNN – Instead of detention, these students get meditation
CNN – Calming the teenage mind in the classroom
Der Storyteller – England – Achtsamkeit ab jetzt Pflichtfach in englischen Schulen
Shaolin Chan Tempel – Die Wissenschaft meint – Meditation verändert!
Shaolin Chan Tempel – 10 Nutzen, welche durch Meditation entstehen