Hoher Besuch – Tulku Lobsang
Einer der grössten Meditationsmeister unserer Zeit, Tulku Lobsang Rinpoche, gab diesen Freitag ein Meditationsseminar im Shaolin Chan Tempel Luzern. Thematik des Seminars war Tummo. Tummo wird auch als das innere Weisheitsfeuer bezeichnet und stammt aus der Geheimlehre des Tantrayana.

Tulku Lobsang gilt als Spezialist auf dem Gebiet des Tummo. Durch die Kombination von Visualisierungen, Atemtechniken und Bewegungen wird mit dem inneren Feuer gearbeitet. Auf körperlicher Ebene wird der Stoffwechsel und Hormonhaushalt transformiert, was auf geistiger Ebene psychische Blockaden, wie Ängste, Stress und Traumas lösen und eine Quelle von Glück und Freude ist.

Das Seminar, welches in Zusammenarbeit mit Nangten Menlang organisiert wurde, startete morgens um zehn Uhr und war restlos ausgebucht. Gebannt warteten über 40 SeminarteilnehmerInnen und HelferInnen auf Tulku Lobsang Rinpoche. Unter anderem, durften wir auch Dechen Shak-Dagsay bei uns als Gast willkommen heissen. Sie ist eine gute Freundin von Tulku Lobsang und weltweit als Mantra Sängerin bekannt. So sang sie schon für den Dalai Lama und arbeitete mit Tina Turner zusammen.

Tulku Lobsang zog die Menge gleich in seinen Bann. Seine entspannte, humorvolle Art sorgte für eine gelöste, motivierte Stimmung. Spontan reagierte er auf Fragen im Publikum und hielt Unterweisungen zu Themen wie: Was macht mich glücklich? Wie gebe ich meinem Leben einen Sinn? Was braucht es, damit ich vor dem Tod nichts bereue?
So wurde auch gefragt, inwiefern es möglich sei, in der heutigen stressigen Zeit praktizieren zu können.

Ändere nicht dein Leben, ändere einen Tag. Das ändert alles
Dies war die Antwort. Zehn Minuten traditionelle Übungen; ob Kung Fu, Yoga, Lu Jong machen dich gesünder. Dann nutze weitere zehn Minuten zur Meditation. Wir haben so gestresste Leben, wir brauchen Ruhe im Kopf. 20 Minuten hätte jeder am Tag. Man soll nicht anderen die Schuld dafür geben, keine Zeit zu haben.
Neben der Beantwortung aufkommender Fragen wurden immer wieder Sequenzen eingeschaltet, in welchen er Techniken aus dem Tummo lehrte. Vor einiger Zeit war Morgan Freeman, der berühmte Schauspieler, zu Gast bei Tulku Lobsang und unterhielt sich in einer Eisbar bei Minustemperaturen mit ihm. Tulku Lobsang war dabei nur mit einem Shirt bekleidet uns schien kaum Kälte zu verspüren. Soweit ging es bei den TeilnehmerInnen natürlich nicht. Trotzdem verspürten die meisten, was es heisst, nur durch die Kraft der Konzentration, die Körpertemperatur zu regulieren.

Die Gunst der Stunde nutzte auch Claudio Brentini., welcher einen Dokumentarfilm über Shi Xing Long dreht (Roger Stutz) und führte mit Tulku Lobsang ein Interview. Tulku Lobsang übt ebenfalls Kampfkunst aus und wurde gefragt, inwiefern Buddhismus mit Schwertkunst vereinbar sei. Tulku Lobsang antwortete, dass das Schwert als Symbol für Weisheit stehe. Es gehe darum, uns von uns selbst zu befreien. Ziel ist der Sieg über uns selbst, nicht über andere. Es gebe viele Methoden zur inneren Befreiung. Es sei wie in einem Supermarkt. Man hat die Auswahl und darf sich für die Passende entscheiden. Die Kampfkunst sei für den Westen eine hervorragende Methode.
Abschliessend hielt Tulku Lobsang Rinpoche fest, dass er sich hier sehr wohl gefühlt hat und die neugierige, motivierte Art der TeilnehmerInnen genossen hat. Er wird auf jeden Fall nicht das letzte Mal hier gewesen sein. Solche Schulen wie der Shaolin Chan Tempel seien wichtig. Es gehe in der Kampfkunst um mehr als Muskelkraft. Es sei auch in Ordnung, nur körperlich zu trainieren. Es brauche aber auch Leute, welche nach dem Ganzen streben, welche weiter gehen wollen. Kampfkunst verbinde den Körper mit dem Geist. Wer so trainiert, wird eine bessere Person, was zu einer besseren Gesellschaft und schlussendlich zu einer besser Welt führe.

Partnerorganisation: Nangten Menlang
Fotos: Claudio Brentini