Die Wissenschaft meint – Meditation verändert! Teil 2 von 3
Meditation hilft bei Depression
Nach Dr. Christophe André vom Centre Hospitalier Sainte-Anne Paris sinke bei Menschen mit Neigung zu Depressionen das Rückfallrisiko stark, wenn sie lernen zu meditieren. So können etwa Personen, welche bereits zwei schwere Depressionen hinter sich haben, durch 20 Minuten Meditation am Tag, ihr Rückfallrisiko um 50% senken 12.
Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will.
Henri Matisse

Mittlerweile gebe es auch evidente, zufriedenstellende Befunde zu Angststörungen, chronischen Schmerzen und Suchtverhalten 13.
Ein Herz in Ruhe sieht in allem ein Fest.
Indisches Sprichwort
Nach Benson, einem führenden Forscher auf diesem Gebiet, gebe es Hinweise, dass die durch Meditation ausgelösten Entspannungsreaktionen biologische Aktivitäten reduzieren, welche im Zusammenhang mit Dauerstress und den damit ausgelösten Gesundheitsbeeinträchtigungen und Krankheiten stehen – so etwa Bluthochdruck, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Diabetes und rheumatische Arthritis 14. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund spannend, dass die Weltgesundheitsorganisation Stress als Seuche des 21. Jahrhunderts sieht 15.

In den USA bieten mittlerweile über 250 Kliniken und Krankenhäuser Einführungskurse in die Meditation an 16. Tausende Untersuchungen der letzten drei Jahrzehnte haben ergeben, dass durch die mittlerweile auch im schulmedizinischen Kontext hoch geachtete Mindfulness-Based Stress-Reduction, MBSR, klare Verbesserungen bei chronischen Schmerzen zu erwarten sind 17. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sie insbesondere bei Problemen im unteren Rücken, bei Schmerzen im Rücken-Schulter Bereich, bei Verdauungsstörungen und bei Weichteilrheumatismus positive Wirkungen entfaltet 18.
Achtsamkeit ist von Augenblick zu Augenblick gegenwärtiges, nicht urteilendes Gewahrsein, kultiviert dadurch, dass wir aufmerksam sind. Achtsamkeit entspringt dem Leben ganz natürlich. Sie kann durch Praxis gefestigt werden. Diese Praxis wird manchmal Meditation genannt.
Doch Meditation ist nicht das, was Sie denken.
Jon Kabat-Zinn
Irgendwie sind wir alle verrückt
Es wäre zu simpel, Menschen in die zwei Kategorien „geistig gesund“ und „psychisch krank“ einzuteilen.
Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
Marc Aurel
„Psychiater kommen zunehmend zu der Erkenntnis, dass überkommende Krankheitsbilder wie Depression, Angstpsychosen, Schizophrenie oder manisch-depressive Erkrankungen keineswegs scharf umrissene, eindeutige Konturen haben, wie man sich das lange vorgestellt hat“
Kingsland, J 19
Meditation bedeutet, die unsichtbaren Mauern aufzulösen, welche unser Geist aufgebaut hat.
Shi Xing Long
So finde man Symptome, welche man bisher einem bestimmten Krankheitsbild zugeordnet hat, immer auch in stärkerer oder schwächerer Form in der allgemeinen Bevölkerung 20. Buddhisten sprechen bei Leiden von Dukkha. Dukkha bedeutet so viel wie Unzufriedenheit. Mit Leiden sind nicht nur die offensichtlichen Leiden wie Krankheit und Tot gemeint. Vielmehr beschreibe es nach Kingsland das latente Gestresstsein aufgrund von Unzulänglichkeiten im Alltag, der nicht versiegende Wunsch nach mehr Besitz und mehr Vergnügen. Wir klammern mental an bestimmten Erfahrungen, gleichzeitig verdrängen oder verleugnen wir andere 21. Meditation hilft dabei, innere Ruhe und Ausgeglichenheit im Alltag zu finden.
Und sowie kein Regen in ein Haus mit starkem Dach eindringen kann, so können keine Begierden in einen Geist einbrechen, der gute Meditation praktiziert.
Dhammapada, 14

Zu den anderen Teilen:
Teil 1: Die Wissenschaft befasst sich mit Meditation. Und wer meditiert jetzt überhaupt?
Teil 3: Ein Blick in die Gehirne von erfahrenen Meditierenden.
Kann ich im Shaolin Chan Tempel lernen zu meditieren?
Die Damo Meditationsgruppe trifft sich wöchentlich. Laufend bieten wir unter Termine Vorträge und Seminare rund um die Thematik Meditation an.
10 Nutzen, welche durch Chan Meditation entstehen
Quellen:
- Arte Doku (2017): Die heilsame Kraft der Mediation. Min.: 06:50
- Kingsland, J. (2017): Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren (Beltz), S. 18. Originalausgabe: Kingsland, J. (2016). Siddhartha`s Brain: The Sciene of Meditation, Mindfulness and Enlightenment (Robinson)
- Benson in Kingsland, J. (2017): Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren (Beltz), S. 18. Originalausgabe: Kingsland, J. (2016). Siddhartha`s Brain: The Sciene of Meditation, Mindfulness and Enlightenment (Robinson)
- Arte Doku (2017): Die heilsame Kraft der Mediation. Min.: 20:00
- Arte Doku (2017): Die heilsame Kraft der Mediation. Min.: 14:50
- Goyal, M. u. a. (2014): «Meditation Programs for Psychological Stress and Well-Being. A Systematic Review and Meta », in : JAMA Internal Medicine 174 (3), S. 357 – 268
Chen, K. W. u.a. (2012): « Meditative Therapies for Reducing Anxiety. A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials », in: Depression an Anxiety 29, S. 545 – 562 - Kingsland, J. (2017): Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren (Beltz), S. 91. Originalausgabe: Kingsland, J. (2016). Siddhartha`s Brain: The Sciene of Meditation, Mindfulness and Enlightenment (Robinson)
- Kingsland, J. (2017): Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren (Beltz), S. 10. Originalausgabe: Kingsland, J. (2016). Siddhartha`s Brain: The Sciene of Meditation, Mindfulness and Enlightenment (Robinson)
- Yee, C.M., Javitt, D.C. & Miller, G. A. (2015): «Replacing DSM Catergorical Analyses with Dimensional Analyses in Psychiatry Research. The Research Domain Criteria Initiative», in : in: JAMA Psychiatry 72(12), S. 1159 – 1160
Adam, D. (2013): «Mental Health. On the Spectrum», in : in: Nature 496, S. 416 – 418 - Kingsland, J. (2017): Die Hirnforschung auf Buddhas Spuren (Beltz), S. 8. Originalausgabe: Kingsland, J. (2016). Siddhartha`s Brain: The Sciene of Meditation, Mindfulness and Enlightenment (Robinson)
Autor
Dominik Pfyffer