Michael – 48h Shaolin
Michael (34) kommt ursprünglich aus München, hat Bauingenieur studiert und 2016 seine Wahlheimat Schweiz gefunden. Er wohnt ein bisschen ausserhalb von Zürich. Da kann er viel Zeit in der Natur verbringen. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Reggae und natürlich Kampfkunst. Mit elf Jahren hat er sich der Kampfkunst verschrieben. Seitdem ist das seine grosse Passion. So betrieb er zuerst Taekwondo, boxte und besuchte eine Capoeira Schule. Als er in seiner Jugend zum Kung Fu fand, wusste er, dass er da bleiben möchte.
Michael, wie hast du zu uns gefunden?
Seit ich vor drei Jahren in die Schweiz gezogen bin, habe ich nach einer traditionellen Kung Fu Schule gesucht, nach einem Ort, wo es um mehr als nur Sport geht. Ich habe über zwei Jahre unzufrieden im Internet nach Möglichkeiten gesucht und nie etwas gefunden. Vor einiger Zeit habe ich dann euer Daueraufenthalter Angebot gesehen. Das hat mein Feuer von früher wieder geweckt. Mein Gefühl sagte mir, dass ich da am richtigen Ort bin und dann habe ich angerufen.
Und dann?
Nach dem sympathischen Austausch mit Dominik hatte ich eine riesige Vorfreude in mir drin. Er konnte total auf meine Wünsche eingehen. Ich habe gespürt, dass da ein ganz spezieller Weg gestaltet wird. Ich war total neugierig und dachte, dass in dieser Schule mehr zu finden ist.
Du hast schon reichlich Kampfkunsterfahrung. Wie war der Einstieg für dich?
Ich habe mir vorgenommen, die Zeit auszukosten und mich voll darauf einzulassen. Ich brauchte am Freitagabend noch ein bisschen Zeit, um alles rund um mich herum ablegen zu können. Nach der gemeinsamen Abendmeditation wusste ich, jetzt bist du voll angekommen. Es ist echt ein imposanter Ort. Schon als ich Shifu, Zhong Jiao Lian und Dominik das erste Mal gesehen habe, spürte ich, dass da was ist.

Und dann?
Ab dann konnte ich die Zeit auskosten. Den Samstag habe ich voll genossen. Das Kung Fu, Qi Gong, Sanda, Meditieren, mir hat einfach alles gefallen. Am Samstagnachmittag fand noch ein Seminar für angehende Instruktoren statt. Da durfte ich auch teilnehmen. Das war echt spannend und ich konnte auch viel für mein Privat- und Berufsleben mitnehmen. Du wirst von allen Schülern direkt mit offenen Armen empfangen und fühlst dich gleich als Teil dieser Familie.
Ich fand es auch spannend, dass gerade am Samstagmorgen immer verschiedene Kurse rund um mich herum stattfanden. So etwa die Morgenmeditation, Schulanfängerklassen oder Kleingruppen. Da war etwa ein älteres Paar und die haben richtig gutes Taijiquan praktiziert. Das hat mich schon recht beeindruckt.
Und der Sonntag?
Da konnte ich nochmals meinen Fokus setzen und den Tag auskosten. Ich wollte mitnehmen, was nur geht. Am Sonntag hatte ich ein total befreiendes Gefühl in mir. Ich konnte den ganzen Stress ablegen, meine Gedanken klären. Du fühlst dich sortiert und richtest deinen Geist und Körper aus. Dieses Gefühl kam am Samstag hoch und hat sich am Sonntag noch verstärkt.
So etwas kann man nicht an vielen Orten. Das ist nicht überall so. Das ist ganz wichtig, dass eine Schule sowas bieten kann.
Was ist es denn, was die Schule so speziell macht?
Es werden wirklich noch Werte vermittelt. So etwas habe ich in dieser Tiefe seit München nicht mehr gefunden. Es wird hier auf Details und Qualität geachtet. Man lernt hier das stetige, gesundheitsschonende Üben. Es geht nicht darum, den anderen zu zeigen, wie stark und gut man ist. Man trainiert für sich selbst und unterstützt die anderen in ihrem Training. So können alle voneinander profitieren. Zudem ist das Niveau der Lehrkräfte und Schüler unglaublich hoch.
Das Klima hier ist positiv und respektvoll. Als ich einmal in einem Boxclub trainiert habe, war da null gemeinsamer Spirit. Die Leute haben sich gross gemacht, ihr Niveau war dagegen bescheiden. Hier ist es genau umgekehrt. Man spürt hier keinerlei Aggressivität. Der Meister macht es aus, dass es keine Schläger in einer Schule gibt. Vielleicht kommt einmal ein Schläger, aber das bleibt er nicht lange. Hier geht es wenn, dann um den inneren Kampf mit sich selbst.

Du hast noch etwas von ganzheitlicher Ausbildung angesprochen?
Ja, das finde ich echt toll hier. Man kann hier nicht nur Kung Fu lernen, auch Sanda, Kalligrafie, Löwentanz, Qi Gong und Taijiquan gehören zum Ausbildungsprogramm. Du erhältst eine Ausbildung in Meditation, man lernt nach innen zu blicken. Das ist schon einzigartig.
Welches war dein eindrücklichster Moment hier?
Das ist schwierig in Worten auszudrücken. Die ganze Atmosphäre ist einmalig. Wie man hier von allen mit offenen Armen empfangen wird, wie Dominik das Ganze aufgezogen hat, man fühlt sich hier einfach wohl.

Und wie war es, einen persönlichen Instruktor an deiner Seite zu haben?
Das war das erste Mal, dass ich so eine Erfahrung machen durfte. Und das war richtig, richtig gut. Das individuelle Training, der individuelle Stundenplan, er ging komplett auf meine Interessen ein. Er lebt, was er sagt und ich konnte einen guten Einblick erhalten, wie der Alltag hier wohl ist.

Wem würdest du so etwas empfehlen?
Jedem – weil hier jeder etwas für sich findet.
Kinder lernen neben Körperbeherrschung, noch viel für ihren Charakter. Sie werden auf das Leben vorbereitet.
Jugendliche lernen, ihre überschüssige Energie sinnvoll zu kanalisieren.
Für Erwachsene wie mich ist es eine super Erfahrung und Ausgleich. Man lernt abzuschalten und herunterzukommen vom Alltag.
Ältere Menschen können gesund durchs Leben gehen und haben einen sozialen Bezugspunkt. Viele vereinsamen im Alter.
Und wie geht es bei dir weiter?
Ich komme aus Zürich, das liegt leider nicht gerade um die Ecke. Ich werde bestimmt wieder kommen. Ich habe da schon so einige Ideen. Vielleicht komme ich einmal für eine Woche oder treffe mich mit Dominik so einmal im Monat. Eventuell kann ich auch einmal die Woche kommen. Sogar über einen Chinabesuch habe ich schon nachgedacht.
Wenn ich ab und zu hier bin und etwas Neues lerne, so kann ich das gut selbstständig zu Hause weiterüben. Ich denke, dass ich das gut kann, weil ich das schon oft gemacht habe.
Ich komme auf jeden Fall wieder.

Möchtest du uns noch etwas mitteilen?
Mhm, meinen Leitspruch:
Wenn du deinen Geist nicht in deine Hände legst, werden alle deine Bemühungen wertlos sein.
Lieber Michael, wir danken dir für deine Zeit hier. Mit deinem Humor und deiner Offenheit hast du es uns einfach gemacht, dich in unser Herz zu schliessen. Wenn es um das Training geht, legst du eine grosse Disziplin und Aufmerksamkeit an den Tag. Man merkt, dass du die Kampfkunst, insbesondere auch deren Werte, schon seit vielen Jahren lebst.
Möchtest auch du ein Wochenende oder gar länger in die Welt des Shaolins eintauchen? Finde alle nötigen Infos unter Weekend-und Wochenaufenthalte.