Pascal (1978)
Wir stellen uns vor.
Du hast Angst mit Kung Fu zu beginnen, weil es zu streng sein könnte. Vielleicht erging es anderen auch einmal so.
Du trainierst jeden Tag mit Leuten und weisst gar nicht, was ihre anderen Hobbies sind.
Du fragst dich, was Kung Fu bei Menschen auslöst.
In dieser Interviewserie fühlen wir den Schülern und Schülerinnen des Shaolin Chan Tempels auf den Zahn. Viel Spass 🙂
Dieses Mal durften wir mehr über Pascal erfahren.
Wie lange machst Du schon Kung Fu?
Ich mache seit Januar 2015 Kung Fu.
Wie oft trainierst Du?
Zurzeit trainiere ich einmal pro Woche Kung Fu und einmal in der Woche Frühmorgen Taiji.
Wieso hast Du mit Kung Fu angefangen?
Ich interessiere mich schon seit längerer Zeit für Kung Fu, habe diesen Wunsch aber immer irgendwie vor mich hingeschoben. Im November 2014 sass ich dann nach einem Konzert bei einem Bierchen und sagte mir: Jetzt oder nie!
So habe ich mich am nächsten Tag zum Probetraining angemeldet.
Wie war für Dich der Einstieg in die Shaolin Kunst?
Zuerst dachte ich mir: Das geht ja richtig ab hier! Die Atmosphäre, die Leute, da habe ich mich sofort wohl gefühlt. Es werden Traditionen weitergegeben und gelebt. Das hat mich beeindruckt.
Was hat sich in Deinem Leben verändert seit du Kung Fu machst?
Seit ich Kung Fu mache fühle ich mich natürlich fitter und gesünder, bin aber auch einiges gelassener geworden. Das merke ich auch in meinem Job – das war nicht immer so.
Was möchtest Du einem potenziellen Kung Fu SchülerIn mit auf den Weg geben?
Geduld, Geduld und nochmals Geduld 😉
Man muss sich selber Zeit geben, um Kung Fu zu lernen. Ich finde dieses „Sich etwas erarbeiten müssen“ äusserst wichtig und wertvoll, da heute ja alles immer „schnell“ gehen muss. Dieser schnelllebige Zeitgeist funktioniert meiner Meinung nach beim Kung Fu nicht. Ansonsten bleibt es oberflächlich.
Es ist ein Weg, auf dem man sehr viel entdecken kann (z.B. beim stetigen Vertiefen einer Form/Taolu)

Was ist Deine Passion wenn Du gerade nicht am Kung Fu praktizieren bist?
Meine grossen Hobbys nebst dem Kung Fu: Musik (mit meiner Band Senon), Reisen, Skifahren…und ich gehe gerne ins Kino!
An welchen Kursen nimmst Du teil?
Zurzeit besuche ich keine Kurse.
Welche Aspekte des Kung Fu interessieren Dich speziell?
Am Anfang waren es klar die äusseren Aspekte, das ganzheitliche körperliche Training, oder aber die wunderschönen Taolus.
Aber je länger ich jetzt dabei bin, umso interessanter wird für mich die ganze innere Arbeit, die Arbeit an sich selber, sowie der buddhistischen Lehre. Denn darauf baut ja das Kung Fu auf.
Neben dem Kung Fu habe ich einen weiteren Fokus aufs Taiji gerichtet, das macht mir unglaublich Spass. Morgens um 6.00 Uhr in den Tag zu starten, hat doch etwas!

Gibt es ein spezielles Erlebnis oder eine Erfahrung die Du im Kung Fu gemacht hast, die Du teilen möchtest?
Für mich war das Trainingslager im April in Indien ein spezielles Erlebnis. Ich habe ja vorher nie so intensiv Kung Fu trainiert, und dachte mir zuerst, ob ich das wohl schaffen würde…und es hat gut geklappt.
Zwei Wochen nur Zeit für Kung Fu, Qi Gong und Meditation zu haben war gut. Es war auch wunderbar, die eigenen Grenzen auszutesten … und natürlich die Müdigkeit danach …und das Bierchen danach, himmlisch!
Ausserdem war es kollegial gesehen eine absolut geniale Zeit, eigentlich richtig familiär – diese Zeit wird bei mir noch lange nachschwingen.

Möchtest du noch etwas sagen?
Ich bin sehr dankbar, dass ich an unserer Schule Kung Fu lernen kann. Ich bin mir sicher, dass das Wissen, welches wir hier vermittelt bekommen, anderorts nicht so schnell zu finden ist.
Danke Dir Shifu, Zong Jiao Lian und natürlich unserem Shiyè, euer Engagement ist vorbildlich, die Atmosphäre an unserer Schule einzigartig.
Um es mal als Drummer auszudrücken: Ihr groovt einfach!
Die Interviewserie wurde von Doris Huber organisiert und durchgeführt. Wir danken ihr für das Engagement.