Löwentanz – Ein Spektakel auf vier Beinen – Heute: Fabian Rölli
Hast Du dich schon immer gefragt, was es mit dem Löwentanz auf sich hat und wer diesen überhaupt macht? In dieser Interviewserie geht es darum, Dir diese Fragen zu beantworten.
Den Anfang machen wir mit unserem Teamneuzugang Fabian Rölli, der nun endlich seinen ersten Auftritt als Löwentänzer machen konnte.
Fabian trainiert schon seit 2006 im Shaolin Ch’an Tempel, wo er dann aber aufgrund seines Studiums und längerem Anfahrtsweg eine mehrjährige Pause eingelegt hat. Seit 2017 ist er aber wieder mit vollem Elan im Kung Fu dabei und hat sich zum Glück des Löwentanz-Teams entschieden, dieses ab 2018 tatkräftig zu unterstützen.

Fabian, wie würdest du den Löwentanz jemandem beschreiben, der diesen noch nicht kennt? Was macht man da?
Diese Frage wird mir in meinem Freundeskreis oft gestellt und sie jemandem zu beantworten, der noch keine Vorführung gesehen hat, ist immer eine didaktische Herausforderung.
Der Löwentanz ist ein traditioneller chinesischer Tanz, welcher an wichtigen Feiern wie Hochzeiten, Jubiläen oder am chinesischen Neujahr aufgeführt wird und Glück, Erfolg und Gesundheit bringen soll. Charakteristisch für den Tanz ist das Löwengewand, unter welchem sich die beiden Tänzer/-innen befinden. Der vordere Tänzer hält und bedient den Löwenkopf, welcher aus Bambusstäben geflochten und an welchem ein Stoffumhang befestigt ist. Der zweite Tänzer ist nach vorne gebeugt und greift den Hüftgürtel des ersten Tänzers und stellt somit der hintere Körperteil und die Hinterbeine des Löwen dar. Im Tanz werden die Mimik und die Gestik eines Löwen nachgeahmt und in einer Choreographie präsentiert. Begleitet wird der Tanz von Trommeln, Gong und Tschinellen, was dem Tanz eine mystische Atmosphäre verleiht.
Du hattest am 15. September 2018 deinen ersten Löwentanzauftritt an einer Hochzeit. Wie hast du diesen Auftritt erlebt, wie ging es dir dabei, was hat dir gefallen?
An meinem ersten Auftritt durften wir bei Elvira und Uriel die Hochzeitsfeier eröffnen und hatten somit eine zentrale Rolle bei der Zeremonie. Wir waren beim Auftritt zwei Löwen und fünf Trommler/-innen. Ich bin als hinterer Tänzer (kurz dem Arsch) des einen Löwen aufgetreten. Vor dem Auftritt wurde ich ein wenig nervös, denn ich wollte nicht die Hochzeitszeremonie ruinieren. Als das Brautpaar dann eintraf und ich unter dem Gewand verschwand hatte sich die Aufregung gelegt und ich könnte mich voll auf die Vorführung konzentrieren. Wir hatten die Choreografie oft geprobt und alles funktionierte wie geplant, doch beim Aufritt wurde mir erst richtig bewusst, wie orientierungslos man unter dem Gewand ist und dass man sich vollkommen auf den vorderen Tänzer verlassen muss. Obwohl ich das Publikum unter dem Gewand nicht sehen konnte, spürte ich die Begeisterung der Festgemeinschaft. Der Auftritt hat mir viel Freude bereitet und ich freue mich bereits auf die nächste Gelegenheit.

Wie muss man sich einen Auftritt vorstellen, was passiert an einem Auftrittstag?
Am Auftrittstag haben wir uns ca. zwei Stunden vor dem Auftritt im Tempel getroffen und sind nochmal den Ablauf durchgegangen. Anschliessend haben wir alle Utensilien (Löwenköpfe, Gewänder, Trommeln usw.) auf die Autos verteilt und uns auf den Weg Richtung Neuenkirch, zum Auftrittsort, gemacht. Das Wetter hatte uns in die Hände gespielt und wir konnten den Tanz im Freien aufführen. Nachdem wir die Trommeln in Position gebracht und uns aufgewärmt hatten, stand eine kurze Hauptprobe auf dem Programm und kurz darauf war bereits die Limousine des Brautpaars in Sicht. Die Zeremonie dauerte ca. 15 min und im Anschluss bot sich die Gelegenheit, dem Brautpaar zur Trauung zu gratulieren. Nach dem Auftritt wurden wir zum Apéro eingeladen und rund eine Stunde später haben wir uns auf die Rückreise gemacht.
Wie lange trainierst du schon Löwentanz und wie bist du darauf gekommen Löwentanz zu machen?
Bei den Löwentanzauftritten, haben mich die Dynamik der Tänzer und die Atmosphäre durch die musikalische Begleitung schon immer begeistert. Ich habe deshalb im November 2017 an einem Schnuppertraining teilgenommen, um mehr über die Hintergründe des Tanzes zu erfahren. Der gute Teamspirit hat mich sofort gepackt und ich habe mich entschieden einzusteigen. Ich bin nun knapp ein Jahr dabei und meine Begeisterung ist seither noch immer steigend.
Sind Löwentanz und Kung Fu verknüpft, braucht es Erfahrung im Kung Fu, um Löwentanz zu machen?
Ja, die beiden sind eng miteinander verknüpft und der Löwentanz geöhrt auch traditionellerweise zu einer Kung Fu Schule. Technisch sind vor allem die Stände im Tanz sehr ähnlich wie die Kung Fu-Stände. Für den Einstieg benötigt es jedoch keine grosse Kung Fu Erfahrung, dazu reicht Begeisterung, Motivation und ein bisschen Disziplin aus.
Und schliesslich – was gefällt dir am besten am Löwentanz?
Wie bereits erwähnt, gefällt mir der Zusammenhalt im Löwentanzteam besonders gut. Ich wurde von Beginn an herzlich in die Löwentanzfamilie aufgenommen und ich freue mich immer auf die Trainings mit ihnen. Die positive Stimmung lässt sich so während der Aufführung leicht auf die Zuschauer übertragen.
Auch die sportlichen Aspekte faszinieren mich und insbesondere die akrobatischen Komponenten bereiten mir grosse Freude. Akrobatisch sind die Grenzen des Löwentanzes nach oben offen. Es können z.B. Schultersprüchen, bei welchem der vordere Tänzer dem hinteren auf die Schultern springt, vorgeführt weder. Ich bin zurzeit noch am Anfang und möchte meine Fähigkeiten in dieser Disziplin gerne weiterentwickeln.

Was möchtest du den Lesern noch mitgeben
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Löwentanz für den einen oder anderen auf den ersten Blick etwas merkwürdig wirken mag und ich kann nur empfehlen sich etwas vertieft mit dem Tanz auseinanderzusetzen. Ich bin mir sicher, dass dadurch die Begeisterung für diesen traditionellen Tanz wachsen wird.
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Die Interviewserie zum Thema Löwentanz wurde von Franziska Hansen initiiert und durchgeführt. Wir danken ihr für ihr Engagement.