International Shaolin Gathering 2018 – Eine grosse Familie
Für eine Woche trafen sich Shaolin Enthusiasten aus aller Welt, um gemeinsam zu praktizieren und Freundschaften zu knüpfen.

Das erste International Shaolin Gathering wurde vom Shaolin Meister Shi Yan Jia (Pedro Estevez Gil) ins Leben gerufen und soll aufgrund der positiven Rückmeldung ab jetzt regelmässig durchgeführt werden. Unter besten klimatischen Bedingungen startete die Woche am 14. Mai. 2018 in einem Vorort von Marbella (Malaga/Spanien). Die Hotelanlage liess nichts zu wünschen übrig. Ein Trainingsplatz mit Blick auf das Meer, ein Swimmingpool, ein zu einem Tempel umgebauter Unterstand, ein Kleinzoo, Paintball- und Kletteranlagen und kleine Hütten für je 4-5 Personen sorgten für die nötige Trainingsmotivation bei Klein und Gross.
Die anfängliche Scheu vor neuen Gesichtern wurde schnell abgelegt und schon nach wenigen Stunden wurde zusammen trainiert und gelacht, als wäre es nie anders gewesen.
Die Schweizer Delegation durfte gleich von Beginn weg etwas wichtiges von den Gastgebern lernen.
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Tranquillo
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Alles mit der Ruhe. Die Dinge starten in Spanien dann, wann es passt. Dabei durfte eine wichtige Kung Fu Eigentschaft kultiviert werden – Gelassenheit und Präsenz in allen Dingen.

Unter der Hauptleitung der Meister Shi Xing Long (Roger Stutz), Shi Yan Jia (Pedro Estevez Gil), Shi Yong Ling (Salvi Ferrara) und Shi Heng Long (Jorge Wu) starteten die Tage um 6.30 Uhr. Noch vor dem Morgenessen wurde zusammen meditiert, Qi Gong gemacht und das allmorgendliche Workout durchgeführt. Dieses stiess nicht immer auf Begeisterung. Am Ende der Woche waren aber trotzdem alle stolz, es geschafft zu haben. So konnten etwa einige Teilnehmende innerhalb von einer Woche ihre „Dreifinger Liegestützen“ von 0 auf nahezu 30 steigern.

Nach dem Morgenessen wurde bis zwei Uhr Nachmittags trainiert. Auf dem Programm standen Gruppenunterricht, aber auch viel Selbststudium. Genau so, wie es eine traditionelle Ausbildung vorgibt. Widmeten sich einige den Kicktrainings, so konnte man in einem anderen Ecken eine Gruppe beim Formentraining beobachten. Wiederum andere übten sich anwendungstechnischen Bereichen oder dem Waffentraining. Schwerpunkte lagen dabei vor allem auf der Schwert und Speerausbildung. Shi Yan Jia gilt als einer der Vorreiter des Duanbins (Schwertkampf) in Europa. Einige seiner Änderungen im Wettkampfsystem wurden sogar in China übernommen. Dies befruchtete den Ausbildungsstand von vielen TeilnehmerInnen im Schwertbereich. Einige der Teilnehmenden konnten diese Woche nutzen, um sich nochmals intensiv auf die kommende WM vorzubereiten.

Die Abendtrainings starteten um sechs Uhr und dauerten bis zum Nachtessen, welches für neun Uhr angesagt wurde. Danach war noch Zeit für kleine Spaziergänge, Nachrichten an die Familie oder auch ganz einfach den frühzeitigen Schlaf.
Ein Höhepunkt dieser Woche war sicherlich die Aufnahme von Meister Shi Yan Jia als Schüler von Shi Xing Long. Shi Yan Jia hat trotz seiner über 45 jährigen Kampfkunstkarriere nochmals den Schritt gewagt und Shi Xing Long gefragt, ob er sein Schüler werden dürfe. In einer eindrucksvollen und emotionalen Zeremonie wurde er offiziell aufgenommen.

In Erinnerung bleibt den Teilnehmern auch das Kampftraining mit Ruben Lee. Ruben Lee ist Schüler von Shi Yan Jia und ein international Bekannter Wettkämpfer. Er gewann mehrere K1 Kämpfe, ist Titelverteidiger der spanischen Muay Thai Meisterschaft und lebte für zwei Jahre in einer Sanda (Vollkontakt) Schule in China, nähe Shaolin.

Neben den vielen Stunden Kung Fu, Mediation und Qi Gong Unterricht stand natürlich auch genügend Freizeit auf dem Stundenplan. Bei Spiel, Spass und gemeinsamen Abstechern an den Strand von Marbella wurden enge Freundschaften geknüpft.
Gegen Ende der Woche beehrte uns Gonzalo Pintor, Präsident der UNIONWUSHU mit einem Besuch. Die Teilnehmenden zeigten, was sie gelernt haben. Neben abgebrühten Weltmeistern, zeigten auch Beginner ihr Können. Gonzalo Pintor war vom allgemeinen Niveau enorm beeindruckt und sprach seinen Dank aus.

Wie es für solche Anlässe üblich ist, vergingen die sieben Tage viel zu schnell. Ein von Tränen geprägter Abschied sorgte dafür, dass die Woche noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Ganz nach dem chinesischen Sprichwort: Willst du den Weg in den Bergen wissen, musst du die Leute fragen, welche in den Bergen wohnen – gilt:
Am besten die Teilnehmenden fragen und beim nächsten Mal dabei sein. Worte können nur schwer Erfahrungen wiedergeben und das nächste Shaolin Gathering verspricht unvergessliche Erlebnisse und Freundschaften.
Wir danken allen für die unvergesslichen Erfahrungen